Licht am Ende des Tunnels? Ortsumfahrung Unterjesingen völlig überraschend im Finale

Licht am Ende des Tunnels? Ortsumfahrung Unterjesingen völlig überraschend im Finale

Unterjesingen: "Ich falle gleich vom Stuhl, so Michael Rak, Präsident des Tunnelbauvereins Unterjesingen. "Sensationell, davon haben sogar Optimisten in unserem Verein mehr geträumt als erhofft", so Rak weiter. Im Regierungspräsidium Tübingen war ihm mitgeteilt worden, das Bundesverkehrsministerium hat das Land angewiesen, die Unterjesinger Südtunnellösung nach zu melden zur Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan 2015.

Der rührige Verein, erst vor gut vier Jahren als Bürgerinitiative gegründet, hatte nach einer vom Verein organisierten Bürgerbefragung mit hoher Beteiligung Ende 2012 Stadtverwaltung und Gemeinderat überzeugt, für eine Umfahrung der Bundesstraße ortsnah im Süden zwischen Ammertalbahn und Ammer eine Machbarkeitsstudie zu erstellen. Basis war eine vom Verein neu entwickelte Variante, die zudem sehr optimistisch kostengünstig und rasch realisierbar schien. Die Machbarkeitsstudie brachte zunächst hohe Ernüchterung: Doppelt so lang bauen als gedacht, tiefergelegt und im Grundwasser wasserfest liegen die Kosten bei unnahbaren 70 Millionen Euro. Allerdings ist diese neue Trasse technisch machbar und ökologisch vertretbar. Das Schwäbische Tagblatt berichtet dazu mehrfach und ausführlich.

Den Antrag von Oberbürgermeister Boris Palmer um Anmeldung zum Bundesverkehrswegeplan 2015 hat der Landesverkehrsminister allerdings dann im November 2014 endgültig abgelehnt. Damit schien diese Lösung keine mehr zu sein, jedenfalls nicht auf Jahrzehnte. Der Tunnelbauverein Unterjesingen gab aber nicht auf. Mit einer Briefaktion "Schreiben Sie an die Bundeskanzlerin" wurden viele aufgerüttelt, vielleicht auch das Bundesverkehrsministerium. Auch Boris Palmer hat an die Kanzlerin geschrieben.

Ungewöhnlich ist die Nachforderung des Bundes, die auch noch vier weitere Ortsumfahrungen im Land betrifft allemal, denn bisher gab es ein solches Vorgehen nicht. Das Bundesministerium will die Bewertung jetzt bis Ende 2015 abschließen.

"Uns ist klar, es ist immer noch offen, ob die Wirksamkeitsanalyse des Ministeriums und ein Vergleich mit den anderen Projekten in ebenfalls hochgeplagten Siedlungsräumen und Ortschaften Unterjesingen weiter vorne sieht", so Rak weiter. "Aber, ich wiederhole an einem solchen Freudentag ganz besonders gerne: Die Hoffnung stirbt zuletzt". Vielleicht helfen noch viele Schreiben an die Bundeskanzlerin.

./.